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A-10 Sicherung industriekulturell bedeutender Standorte und Einrichtungen

AntragstellerInnen: Saarbrücken-Land

Zur Weiterleitung an:

SPD Landesparteitag

Sicherung industriekulturell bedeutender Standorte und Einrichtungen

Die Landeskonferenz möge beschließen, dass industriekulturell wertvolle Standorte und Einrichtungen, insbesondere an bereits deklarierten Premiumstandorten, zeitnah und langfristig durch finanzielle Mittel und Maßnahmen der zuständigen Ministerien gesichert werden sollen und für etwaige Schließungs- und Nachsorgekosten ein Fonds oder eine Stiftung geschaffen werden soll.
Begründung:
Der mit dem Bergbauausstieg im Ende Juni 2012 verbundene Strukturwandel stellt uns jetzt und zukünftig vor vielfältige Aufgaben. Zu diesen gehören unter anderem ein bewusster Umgang mit der durch die Schwerindustrie (Kohle und Stahl) geprägten saarländischen Vergangenheit, aber auch das Erschließen neuer Möglichkeiten zur Wertschöpfung in ehemaligen Bergbauregionen. Standorte der Industriekultur tragen zum bewältigen der genannten Aufgaben bei, da sie einerseits die Möglichkeit zur Reflexion bieten und andererseits Möglichkeit zur Wertschöpfung durch die Schärfung eines regionalen Profils bieten.
Der reflektierte Umgang mit der schwerindustriellen Vergangenheit setzt voraus, dass diese in Ihrer Vielschichtigkeit erfahr- und erlebbar bleibt. Dazu ist es notwendig Einrichtungen, wie beispielsweise das Bergbaumuseum in Bexbach, das Saar Polygon bei Ensdorf, das Erlebnisbergwerk Velsen aber auch durch Ihre besondere Architektur hervorzuhebende Bergbaugebäude und ikonische Schachtköpfe oder Halden (Göttelborn, Viktoria etc.) zu erhalten und zu fördern. Damit soll erreicht werden, dass diese neben und mit etablierten Standorten der Industriekultur, wie beispielsweise das UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte, die Vielseitigkeit der Industrien, von denen das Saarland maßgeblich über Jahrzehnte mitgeprägt wurde abbilden können und damit die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes erlebbar bleibt.
Neben ihrer kulturellen und bildenden Rolle tragen diese Standorte auch maßgeblich dazu bei, dass vor Ort gesellschaftliche Wertschöpfung nicht nur in monetärer, sondern auch in gesellschaftlicher Form durch Plattformen für ehrenamtliches Engagement stattfinden kann. Dies zeigt sich durch gemeinnützigen Vereine, die sich in diesem Zusammenhang gegründet haben, wie zum Beispiel der Erlebenisbergwerk Velsen e.V. oder der Verein Saarländisches Bergbaumuseum Bexbach e.V. .
Beide Formen der Wertschöpfung können dazu beitragen, dass die Lebensqualität in den Regionen dieser Standorte, die zumeist auch stark vom nachbergbaulichen Strukturwandel betroffen sind nicht überproportional stark abnimmt. Daher sollte die Förderung solcher Standorte und die damit einhergehende Steigerung lokaler Attraktivität auch als mögliches Werkzeug gegen eine mit dem Strukturwandel einhergehende Landflucht und als Möglichkeit das touristische Potential der Region zu steigern begriffen werden.
Um jedoch diese Potentiale der Wertschöpfung langfristig nutzen und erhalten zu können ist es notwendig die Liegenschaften, die teilweise noch in Hand der RAG liegen, in Strukturen zu überführen, die eine langfristige Sicherung der Standorte und damit einen Zugriff auf LEADER Mittel der europäischen Union ermöglichen.
Weiterhin besteht bei Teilen dieser Einrichtungen oder Standorten die Notwendigkeit, dass mögliche Schließungs-, Sanierungs-, oder Instandhaltungskosten getragen werden können. Daher muss ein Mittel zur Bildung zweckgebundener Rücklagen unter demokratisch überwachter Verwaltung geschaffen werden.
Das damit verbundene Risiko wird unserer Meinung nach durch die Möglichkeit den Strukturwandel aktiv, auf regionale Besonderheiten angepasst, für und mit den Menschen vor Ort zu gestalten aufgewogen. Diese Gelegenheit muss jedoch zeitnah ergriffen werden, bevor die Substanz der Standorte weiter verfällt und das zurzeit, trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen, stattfindende ehrenamtliche Engagement und damit verbundene Fachwissen erlischt.

Beschluss

angenommen

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