B-7 Sexuelle Vielfalt muss Thema im Unterricht sein

AntragstellerInnen: JSAG

Zur Weiterleitung an:

SPD Landesparteitag

Sexuelle Vielfalt muss Thema im Unterricht sein

Die Jusos Saar Landeskonferenz wolle beschließen:
Im Rahmen der gesellschaftlichen Entwicklung muss in den Schulen mehr über die sexuelle Vielfalt gesprochen werden. Die SchülerInnen müssen sich frühzeitig mit der Vielfalt der Geschlechter, der sexuellen Orientierungen und der Familienformen auseinandersetzen und über diese aufgeklärt werden. Dies nicht zu tun führt zu Ausgrenzung und Mobbing. Durch konkrete Lehrplanänderungen möchten wir mehr Toleranz an Schulen schaffen. In Schulfächern wie Biologie wird nur über Heterosexualität, heterosexuelle Lebensformen und Kinder in he-
terosexuellen Beziehungen gesprochen. Die Nichtheterosexualität wird im Lehrplan kurz erwähnt, wird aber
meistens im Unterricht nicht angesprochen. Somit erfolgt in der Schule eine Art Indoktrinierung der Hetero-
sexualität, was es allen, die nicht heterosexuell sind, schwer macht, offen zu ihrer Sexualität zu stehen, da sie
ständig in der Angst leben, gemobbt zu werden. Würde man von Anfang an offen darüber sprechen und die
SchülerInnen über Nichtheterosexualität aufklären, würden diese nicht mehr in der Angst leben, gemobbt zu
werden und könnten sich deutlich früher outen.
Kinder, die bei nicht-heterosexuellen Paaren wohnen sind auch einer sehr großen Gefahr des Mobbings ausge-
setzt. Unserer Meinung nach, leben Kinder von nicht-heterosexuellen Paaren genauso gut wie bei heterosexu-
ellen Paaren. Bei der Erziehung und der Vermittlung der gesellschaftlichen Werte gibt es keinen Unterschied in
welcher Familienform die Kinder aufwachsen. Um Kinder aus nicht-heterosexuellen Paaren vor Ausgrenzung
und Mobbing zu schützen sollte dieses Thema in den Schulen schon relativ früh behandelt werden und die
SchülerInnen sensibilisiert werden.
Viele SchülerInnen, die sich noch in der Findungsphase befinden, ihre Sexualität bereits gefunden haben oder
sich gar schon geoutet haben sind häufig Anfeindungen durch ihre MitschülerInnen ausgesetzt. Um diese
Situationen frühzeitig zu erkennen und den Personen zu helfen sollten die Lehrer dafür geschult werden.
Zusätzlich sollten Vertrauenslehrer als Anlaufstelle dienen können. Hier sollten die SchülerInnen von ihren
Problemen berichten können und Vorschläge bekommen, um Mobbing zu entgehen.
Alle saarländischen Schülerinnen und Schüler haben das Recht zur freien Entfaltung, nichts anderes fordern
wir.
• Im Lehrplan „Kernlehrplan Sachunterricht Grundschule“ auf Seite 25 unter „Themenfeld Mensch“ / „Sexualerziehung“ muss:
- der Punkt „Sexuelle Orientierung: verschiedene Formen der sexuellen Orientierung nennen“ ergänzt werden.
- der Punkt „Aussehen und Gewohnheiten von Mädchen – Jungen und Frauen – Männer“ gestrichen werden.
• Im Lehrplan „Naturwissenschaften Gemeinschaftsschule Klassenstufen 5 und 6“ muss:
- auf Seite 30f unter „Schwangerschaft und Geburt“ der Punkt „beschreiben Formen des Zusammenlebens von Eltern und Kindern“ zu „beschreiben verschiedene Formen des Zusammenlebens von Eltern und Kindern (z.B. alleinerziehend, gleichgeschlechtliche Eltern, Stieffamilie/Patchwork)“ erweitert werden.
- auf Seite 30f unter „Sexualität“ der Punkt „nehmen vorurteilsfrei Stellung zu verschiedenen Formen der Sexualität“ zu „beschreiben Homosexualität, Heterosexualität, Trans-, Inter- und Bisexualität als Formen der Sexualität“ geändert werden.
- auf Seite 32 unter „Möglicher Einstieg / Motivation / Kontext“ der Punkt „Mädchen werden zu Frauen, Jungen zu Männern “ gestrichen werden.
• Im Lehrplan „Lehrplan Naturwissenschaften Gymnasium Klassenstufen 5 und 6“ muss auf Seite 34f in der Spalte „Fachwissen“:
- der Punkt „beschreiben verschiedene Formen der Partnerschaft und des Zusammenlebens“ zu „beschreiben verschiedene Formen der Partnerschaft und des Zusammenlebens (z.B. alleinerziehend, gleichgeschlechtliche Eltern, Stieffamilie/Patchwork)“ ergänzt werden.
- der Punkt „nennen Homosexualität, Heterosexualität, Trans-, Inter- und Bisexualität als Formen der Sexualität“ zu „beschreiben verschiedene Formen der Sexualität (z.B. Homo-, Hetero-, Trans-, Inter- und Bisexualität“ geändert werden.
• Im Lehrplan „Lehrplan Biologie Gymnasium Klassenstufe 7“ muss auf Seite 14 in der Spalte „Fachwissen“ der Punkt „Beschreibe verschiedene Formen der Sexualität und der sexuellen Orientierung“ hinzugefügt werden.

Beschluss

geändert angenommen

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Änderungsanträge zu B-7

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
B-7-7 7

Verschiebe Zeile 36 bis 55 nach Zeile 7 aus der Begründung in die Analyse

B-7-8 8 Saarpfalz

Streiche Zeile 8 und ersetze sie durch „Deshalb fordern wir, dass sich
Lehrplankommission mit folgenden Änderungen beschäftigen und diese im Kern
umsetzen:

B-7-51 51 Neunkirchen

Füge ein Komma ein „zu helfen, sollte“.

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Betrifft die Antragszeile


Bitte trage in das Feld „Betrifft die Antragszeile“ nur die erste Zeile ein, die von deinem Änderungsantrag betroffen ist (wenn z.B. die Zeilen 123 bis 140 ersetzt werden sollen, schreibe nur 123 in das Feld). Der eigentliche Änderungsantrag gehört – mit allen Zeilennummern ganz normal ins Textfeld. Im oberen Beispiel also: “Ersetze Zeile 123 bis 140 durch Blablub…”. Also nochmal: Das Feld “Betrifft die Antragszeile” dient nur technischen Zwecken. Die Angabe wird nicht auf den Änderungsanträgen abgedruckt! Das Antragstool kann aber nur gut funktionieren, wenn ihr diese Angabe macht.

AntragstellerInnen


(wird nicht veröffentlicht)
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