G-5 Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen - Tabuisierung in Schulen stoppen

AntragstellerInnen: Saarpfalz

Zur Weiterleitung an:

SPD Landesparteitag

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen - Tabuisierung in Schulen stoppen

Analyse:
In der Pubertät häufen sich bei vielen Jugendlichen Sorgen und Nöte. Trennungen, Streit mit Eltern und Freunden, Probleme in der Schule sind nur einige Beispiele.
Meist werden diese Sorgen nicht genug ernstgenommen.
Dabei ist in keinem anderen Lebensabschnitt die Zahl der Suizidversuche so hoch, wie bis zum 25. Lebensjahr. Nach Verkehrsunfällen sind Suizide die zweithäufigste Todesursache unter 15- bis 20-Jährigen. Dabei stirbt in Deutschland jeden zweiten Tag ein*e Jugendliche*r durch die eigene Hand.
Darüber hinaus gehören Depression zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Studien belegen, dass bis zu 10% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 erkranken. Die Symptomatik ist dabei schwer zu erfassen und unterscheidet sich abhängig vom Alter. Die Gründe für eine Erkrankung sind dabei ebenso vielfältig und sind auch durch biologische Vorgänge im Körper, psychische Faktoren und Erlebnisse im sozialen Umfeld bedingt.
Dabei sind Depressionen natürlich nicht mit Suizidalität gleich zu setzten. Nicht jede Depression muss sich in einer Suizidalität ausdrücken.
Wie die Ursachen, so sind auch die Ausdrucksformen altersspezifisch vielschichtig. So können diese durch vermehrten Rückzug vom sozialen Umfeld, extremen Stimmungsschwankungen, Aggressionen gegen sich selbst und andere, etc. zum Ausdruck kommen. Mit psychischen Erkrankungen geht auch häufig, natürlich nicht immer, „nicht suizidales selbstverletztendes Verhalten (NSSV)“ mit einher. In Deutschland geben bis zu 25% der Jugendlichen zu, sich schon selbst verletzt zu haben.
Trotz der Fallzahlen sind psychische Erkrankungen immer noch ein Tabuthema in der Gesellschaft, gerade auch bei Jugendlichen. Zwar rückt das Thema durch auftretende Ereignisse, wie z.B. den Tod Robert Enkes, Aviciis, u.a. in den Fokus, führt aber nicht zu einem breiten gesellschaftlichen Diskurs.
Dieser Diskurs ist allerdings gerade im Jugendalter nötig, um ein Klima der Toleranz und eine Enttabuisierung zu initiieren. Gerade der geschützte Raum Schule, bietet die Möglichkeit diesen unter Jugendlichen zu führen. Verhaltensänderungen von Schüler*innen fallen in der Klassengemeinschaft oft früher auf und werden anders wahrgenommen, als im privaten Umfeld. Durch pädagogische Ressourcen kann das Thema aufgenommen, diskutiert und präventiv behandelt werden. Weiterhin wäre ein Angebot in der Schule unterschwellig und für jede*n zugänglich. Allerdings gibt es in Deutschland erst wenige Programme, die das Thema Suizid thematisieren und in Schulen eingesetzt werden können. Das mag daran liegen, dass etliche Schulleiter und Lehrer befürchten, über das Besprechen einer solchen Unterrichtseinheit Schüler erst auf den Gedanken zu bringen, es zu tun. Dies ist jedoch dann nicht der Fall, wenn Präventionsprogramme ressourcenorientiert aufgebaut sind, d.h. wenn Hilfe- und Unterstützungsangebote im Mittelpunkt stehen. Suizidpräventionsprogramme haben zum Ziel, bei Jugendlichen ein Bewusstsein zu schaffen, dass es in möglichen Krisensituationen sowohl Ansprechpartner gibt als auch professionelle Hilfe.
Der Lehrplan für Allgemeine Ethik an Gemeinschaftsschulen des Saarlandes umfasst in der 5/6 Klassenstufe bspw. das Thema „Sein“. Behandelt werden hier „Stärken/Schwächen - Erfolge/Misserfolge“ und „Wer bin ich? - Wer will ich sein?“. Psychische Erkrankungen werden dabei nicht explizit benannt. Sinnvoll wäre z.B. eine Verknüpfung zu diesem Themenschwerpunkt.
Forderung:
Die Jusos Saar fordern daher:
- die verpflichtende Behandlung des Themas „Psychische Erkrankungen von Jugendlichen insb. Depressionen und Suizidalität“ im konfessionell gebundenen Religionsunterricht bzw. Ethikunterricht ab Klassenstufe 6
- die Sensibilisierung und Fortbildung sämtlichen Lehrpersonals zu diesem Thema
- Erarbeitung von präventiven Leitlinie zum Umgang mit gefährdeten Schüler*innen sowie der Förderung der Erarbeitung von ressourcenorientierten Präventionsprogrammen
- Ausbau von Beratungsangeboten für Schüler*innen an den Schulen unter Einbezug der Schulsozialarbeiter*innen und dem Schulpsychologischen Dienst sowie eine flächendeckende und regelmäßige Versorgung der Schulen durch letzteren

Beschluss

angenommen

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Änderungsanträge zu G-5

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
G-5-3 3 Jusos SB-Land

Füge ein nach „Schule“: „, die oft durch Mobbing und Ausgrenzung gekennzeichnet sind“

G-5-19 19 Jusos SB-Land

Füge ein nach „zu haben“: Dabei ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch höher ist.“

G-5-24 24 Jusos SB-Land

Streiche: „geschützte Raum“

G-5-41-43 41-43 Kreisverband Saarlouis

Ersetze durch “die verpflichtende Behandlung des Themas „Psychische Erkrankungen von Jugendlichen insb. Depressionen und Suizidalität“ im Religionsunterricht bzw. Ethikunterricht ab Klassenstufe 6“. Es soll also “konfessionell gebundenen“ gestrichen werden.

Es ist Beschlusslage der Jusos Saar, dass der konfessionell gebundener Religionsunterricht abgeschafft werden soll.
G-5-44 44 Jusos SB-Land

Füge ein vor „Fortbildung“: stetige

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