B-2 Der nationale Bildungsrat

AntragstellerInnen: Juso Hochschulgruppe , JSAG

Zur Weiterleitung an:

Juso-Bundeskongress

Der nationale Bildungsrat

Im Koalitionsvertrag der SPD, CDU und CSU wird die Errichtung eines nationalen Bildungsrates gefordert. Bildungsministerin Karliczek hat bereits Pläne dazu vorgestellt. Diese weichen von unseren Vorstellungen ab.
Der nationale Bildungsrat soll zu einer kooperativen und demokratischen Zusammenarbeit aller betroffenen Gruppen im föderalen Bildungssystem beitragen.
Wir fordern die Repräsentation aller betroffenen Gruppen im Bildungsrat, Lernende, Lehrende und Eltern. Zusätzlich müssen die Gewerkschaften einbezogen werden. Repräsentant*innen müssen von den jeweiligen Vertretungen entsandt und dabei demokratisch gewählt werden. Hierbei darf es sich nicht um selbsternannte Expert*innen handeln. Vielmehr müssen diese Personen durch ihre Arbeit oder Qualifikation ausgewiesene Kenntnisse der Materie besitzen. Ein Stimmrecht ist hierbei nicht notwendig. Zur Repräsentation aller Gruppen ist eine gewisse Anzahl an stimmberechtigten Mitgliedern notwendig. Hierbei folgen wir der Empfehlung der Kultusministerkonferenz [sic!], den Rat mit 44 stimmberechtigten Mitgliedern zu besetzen.
Der nationale Bildungsrat muss sich in seiner Arbeit mit der gesamten Bildungsbiografie von der KiTa über allgemeinbildende Schulen, Hochschulen bzw. berufsbildende Schulen bis zur beruflichen Weiterbildung befassen. Dabei darf er die Interessen der Lehrer*innen nicht außen vor lassen. Es ist wichtig, dass der Bildungsrat die Bildungseinrichtungen alle als solche begreift und nicht als verlängerten Arm der Wirtschaft. Dabei spricht der nationale Bildungsrat Empfehlungen für die Bildungs – und Hochschulpolitik von Bund und Ländern aus. Diese können nicht zwingend sein, allerdings muss begründet werden, wenn diesen Empfehlungen nicht gefolgt wird. Im Nachfolgenden möchten wir die aus
unserer Sicht dringendsten Themen in der deutschen Bildungslandschaft
beschreiben, welche jedoch nicht abschließender Natur sind
Gerechte Bildung
Der nationale Bildungsrat muss Konzepte entwickeln um Bildung gerecht und für jeden zugänglich zu gestalten. Auf allen Ebenen müssen Hürden abgebaut werden, welche den Zugang zum Bildungssystem erschweren oder völlig verschließen. Hierbei sollen zunächst sinnvolle Konzepte zur Integration von Migrant*innen im gesamten Bildungssystem geschaffen werden.
KiTas müssen überall kostenfrei sein!
Das dreigliedrige Schulsystem muss evaluiert und kritisch hinterfragt werden! Eine Ersetzung durch flächendeckende Gemeinschaftsschulen als freiwillige oder gebundene Ganztagsschulen ist erstrebenswert.
Der Lehrkräftemangel muss abgebaut werden, um kleinere Klassen zu ermöglichen und so eine individuelle Förderung aller Schüler*innen zu gewährleisten.
Die Dauer der Schulzeit muss ebenfalls angeglichen werden. Im selben Zug muss der Nutzen von G8 kritisch hinterfragt werden. Gleichzeitig sollte das immer jünger werdende Schuleintrittsalter überprüft werden. Allgemeinbildende Schulen sind nicht dazu da, die Wirtschaft zufriedenzustellen und junge Arbeitnehmer*innen zu produzieren.
Die Lerninhalte der Bundesländer müssen angeglichen werden, jedoch ohne die Gestaltungskompetenzen der Bundesländer im Bildungsbereich zu beschneiden. Gleichzeitig müssen die Schulabschlüsse der einzelnen Bundesländer, insbesondere das Abitur, angeglichen werden und dasselbe Niveau aufweisen. Der Schulort darf kein Auswahlkriterium für den Hochschulzugang sein.
Der Bildungsrat muss Hürden zur Erreichung eines Studienabschlusses abbauen. Das Studium darf nicht vom Geldbeutel abhängig gemacht werden. Dazu ist die Abschaffung aller Gebühren nötig, eine Reform des Bafög, sowie die Entwicklung eines sozialverträglichen Stipendiensystems schon für Schüler*innen, welches keine Privilegiertenförderung darstellt.
Das Studium muss, unabhängig vom Fachbereich, qualitativ hochwertige Bildung bereitstellen. Hochschulen sind unabhängige Bildungseinrichtungen und dürfen nicht von den Drittmitteln der Wirtschaft abhängig sein. Die Grundfinanzierung muss mit ergänzenden Mitteln
des Bundes durch die Länder gewährleistet werden.
Der Bildungsrat muss Konzepte entwickeln um den Hochschulzugang auch für berufliche qualifizierte zu Erleichtern. Außerdem müssen ausländische Schul -, Hochschul – und Ausbildungsabschlüsse „weniger
bürokratisch anerkannt werden und das bestehende System (Vgl. Zentralstelle für
ausländisches Bildungswesen) überarbeitet werden“
.Eine Überschneidung mit den
Kompetenzen des Wissenschaftsrates im Hochschulbereich sollte vermieden werden
oder gegebenenfalls neu geregelt werden.

Der Bildungsrat muss sich mit dem zweigliedrigen System der Berufsbildung befassen. Ausbildungen sind wertvoll und wichtig, das muss anerkannt werden! Berufliche Bildung muss für alle zugänglich sein. Ein guter Schulabschluss garantiert keine technischen oder handwerklichen Fähigkeiten.
Insgesamt muss sich der Bildungsrat mit der Durchlässigkeit des Bildungssystems und der Mobilität Lehrender und Lernender im gesamten Bundesgebiet befassen und so die Gerechtigkeit für alle herstellen.
Zukunftsfähige Bildung
Der Bildungsrat muss ein langfristiges und zukunftsfähiges Bildungskonzept schaffen. Dabei muss er die Chancen der Digitalisierung in Schulen (allgemeinbildend und berufsbildend) sowie der Hochschullehre erkennen und nutzen. Notwendig ist dazu die Investition in die Digitalisierung aller Bildungseinrichtungen. Ressourcen, insbesondere finanzieller Art, müssen gleichmäßig verteilt werden. Ansonsten drohen Einrichtungen, den Herausforderungen der Digitalisierung nicht gewachsen zu sein.
Außerdem muss in die Aus – und Weiterbildung von Lehrer*innen und Erzieher*innen investiert werden. Das ist die einzige Chance, eine hinsichtlich Inhalt und Struktur zeitgemäße Bildung für junge Menschen zu gewährleisten.
Der Bildungsrat muss bei seinen Empfehlungen gesellschaftlichen Wandel im Blick behalten. Dazu gehört es, Lehrinhalte kritisch zu evaluieren. Aktuell erscheint dabei die Beibehaltung des Religionsunterrichtes mehr Probleme zu bereiten, als er tatsächlich nutzt.
Begründung
Bildungspolitik ist Ländersache. Dabei ist aber eine weitergehende Kooperation der Länder untereinander und mit dem Bund nötig. Zusätzlich müssen alle von der Bildungspolitik Betroffenen an der politischen Willensbildung beteiligt werden. Gewerkschaften fungieren hierbei als Vertreter*innen der berufsbildenden Schulen.
Frühkindliche Bildung darf nicht außer Acht gelassen werden, wenn gute und gerechte Bildung für alle geschaffen werden soll. Die Relevanz frühkindlicher Förderung für die weitere Bildungsbiografie ist erwiesen.
Der Antrag liefert viele konkrete Punkte, mit denen sich der Bildungsrat befassen soll. Wir wünschen uns zwar eine Auseinandersetzung mit Bildungsidealen, dennoch müssen konkrete Projekte dringend umgesetzt werden. Diese ergeben sich daraus, dass sie entweder bereits lange debattiert wurden und dringend in Konzepten umgesetzt werden müssen oder eine kooperative Zusammenarbeit aller Gruppen erfordern.

Beschluss

geändert angenommen

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Änderungsanträge zu B-2

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
B-2-8-10 8-10 Saarpfalz

Streichung des in Zeile 8 befindlichen Satzteiles „,vorzugsweise durch Urwahlen“.

Streiche in Zeile 8 bis 10 den Satz „Vertreter*Innen von Bund und Länder…

B-2-22 22 Saarpfalz

Ergänze in Zeile 22 nach dem letzten Satz: „Im Nachfolgenden möchten wir die aus
unserer Sicht dringendsten Themen in der deutschen Bildungslandschaft
beschreiben, welche jedoch nicht abschließender Natur sind

B-2-30 30 Saarpfalz

Ergänzung in Zeile 30 von „als freiwillige oder gebundene Ganztagsschulen“
zwischen „Gemeinschaftsschule“ und „Ist“.

B-2-46 46 Saarpfalz

Ändere in Zeile 46 „der Wirtschaft“ zu „den Drittmitteln der Wirtschaft“ um und
ergänze hinter diesem Satz „Die Grundfinanzierung muss mit ergänzenden Mitteln
des Bundes durch die Länder gewährleistet werden.

B-2-48-49 48-49 Saapfalz

Streiche in Zeile 48 bis 49 „anerkannt werden“ und ersetzte es durch „weniger
bürokratisch anerkannt werden und das bestehende System (Vgl. Zentralstelle für
ausländisches Bildungswesen) überarbeitet werden“

B-2-49 49 Saarpfalz

Ergänze hinter dem letzten Satz in Zeile 49: „Eine Überschneidung mit den
Kompetenzen des Wissenschaftsrates im Hochschulbereich sollte vermieden werden
oder gegebenenfalls neu geregelt werden

B-2-68 68 Saarpfalz

Überführung der Begründung in Zeile 68 bis 73 in die Analyse.

Änderungsantrag zu B-2 erstellen

Betrifft die Antragszeile


Bitte trage in das Feld „Betrifft die Antragszeile“ nur die erste Zeile ein, die von deinem Änderungsantrag betroffen ist (wenn z.B. die Zeilen 123 bis 140 ersetzt werden sollen, schreibe nur 123 in das Feld). Der eigentliche Änderungsantrag gehört – mit allen Zeilennummern ganz normal ins Textfeld. Im oberen Beispiel also: “Ersetze Zeile 123 bis 140 durch Blablub…”. Also nochmal: Das Feld “Betrifft die Antragszeile” dient nur technischen Zwecken. Die Angabe wird nicht auf den Änderungsanträgen abgedruckt! Das Antragstool kann aber nur gut funktionieren, wenn ihr diese Angabe macht.

AntragstellerInnen


(wird nicht veröffentlicht)
(wird nicht veröffentlicht)

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Text

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