G-1 Alkohol Ja, aber bitte in Maßen

AntragstellerInnen: Juso Unterbezirk Saarpfalz

Zur Weiterleitung an:

SPD Landesparteitag

Alkohol Ja, aber bitte in Maßen

Der Antrag wurde an den Landesausschuss überwiesen
Wir fordern:


  • ein Verbot der Außen-, Rundfunk- und Onlinewerbung für alkoholhaltige Getränke,

  • eine Verschärfung der Promillegrenze im Straßenverkehr,

  • den Ausbau der öffentlichen Aufklärungskampagnen und Schaffung zusätzlicher, zielgruppenorientierter Aufklärungsangebote für Schulen

  • begleitetes Trinken ab 14 verbieten

  • die Verankerung des Themas „Substanzabhängigkeit“ in den Lehrplänen

  • deutlich erkennbare Warnhinweise mit graphischen Darstellungen auf allen alkoholischen Getränken.

  • die selbstkritische Auseinandersetzung mit Alkohol im Verband


 
Ca. 7 Milionen Menschen der 18- bis 64-Jährigen konsumieren Alkohol in einer gesundheitlich riskanten Form. 74.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Während der Pandemie verschärfte sich dieses Problem noch weiter. Gleichzeitig ist Alkoholkonsum ein tief verankertes, kulturelles Verhalten. Er hat ein gesellschaftliches Element, das wir nicht kleinreden wollen. Jedoch zeigen die Zahlen, dass in breiten Teilen der Gesellschaft eine unkritische und verharmlosende Einstellung zu der Droge vorliegt. Kulturelle Veränderung hinsichtlich des Alkoholkonsums ist nicht klar steuerbar, wir können diese aber beeinflussen. Wir brauchen deshalb in unserem Verband und auch darüber hinaus eine Haltung des kritischen Konsums, sowohl für den Genuss als auch dagegen. Wir wollen Alkohol, genauso wie alle anderen Suchtmittel nicht ablehnen. So haben bewusstseinserweiternde Substanzen selbstverständlich auch einen positiven sozialen Aspekt. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass eine öffentliche Debatte um Alkoholkonsum notwendig ist. Hiermit wollen wir unseren Beitrag leisten.
 
Werbung: Die Werbeindustrie wird in den nächsten Jahren mehr und mehr Geld für (Online-)Werbung ausgeben, als sie es bisher getan hat. Bereits jetzt zeigt sich ein verstärkt emotionalisiertes Marketing, dem alle Menschen jeden Alters ständig ausgesetzt sind. Durch Werbung (Außenwerbung und Fernseh-Werbung) für Alkohol steigt die Wahrscheinlichkeit, mit schädlichem Gebrauch zu beginnen und erhöht bei bereits existierendem Missbrauch die Trinkmenge. Kinder und Jugendliche sind dabei nicht nur automatisch Außenwerbung ausgesetzt, sondern werden gezielt angesprochen. Der Zweck der Werbung ist dabei nicht, eine freie Konsumentscheidung herbeizuführen, sondern eher das Gegenteil. Werbung für Suchtstoffe nimmt gerade die vulnerabelsten Teile unserer Gesellschaft ins Visier. Gewinne aus dem Verkauf werden dabei internalisiert, negative Folgen externalisiert. Durch ein absolutes Werbeverbot können wir die Berührungspunkte und gezielten Konsum-Anregungen reduzieren.
 
Straßenverkehr: Als die erlaubte Alkoholgrenze bundesweit von 0,8 auf 0,5 Promille reduziert wurde, war ein starker Rückgang von Verkehrsunfällen zu beobachten. Für junge Fahrer:innen gilt bereits die 0,0-Regel, wir möchten daher die Alkoholgrenze im Straßenverkehr herabsetzen. Alkoholisierte Fahrer:innen neigen zur Selbstüberschätzung und das hat nichts mit dem Alter zu tun.
 
Aufklärungskampagnen & Lehrplananpassung: Niedrigschwellige, zielgruppenorientierte Informationen sind Grundlage für einen vernünftigen Umgang mit Alkohol. Die Kampagnen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bieten einen guten Ansatz, jedoch reichen die bisherigen Maßnahmen bei weitem nicht aus. Vorbeugung von Sucht sollte von zentralem Stellenwert sein, wir fordern deshalb einen Ausbau öffentlicher Informationskampagnen, die auch die Vorteile des Nicht-Konsums attraktiv erscheinen lassen. Außerdem wollen wir durch Verankerung im Lehrplan gezielt junge Menschen auf die Gefahren des Konsums aufmerksam machen. Das legale, begleitete Trinken ab 14 Jahren lehnen wir ebenfalls ab. In diesem Alter kann nicht von heranführen zu verantwortlichem Konsum die Rede sein. Eltern erziehen ihre Kinder vielmehr hin zum Alkoholkonsum, der in diesem Alter besonders große Schäden hervorrufen kann.
 
Warnhinweise: Ähnlich wie auf Tabak-Produkten könnten deutlich erkennbare Warnhinweise mit graphischen Darstellungen auf allen alkoholischen Getränken zu einer Erinnerung und Bewusstmachung der schädlichen Folgen des Alkoholkonsums führen. Wir fordern daher solche Warnhinweise, die Hersteller:innen auf ihren Produkten kenntlich machen sollten.
 
Im eigenen Verband: Die Frage der Menge und der Art des Konsums ist in der Regel von der sozialen Bezugsgruppe abhängig. Der Subkulturelle Umgang mit Alkohol in unserem Verband ist deshalb von enormer Wichtigkeit.  Nicht-Konsum muss deshalb genauso akzeptiert sein wie Konsum. Die Nachfrage, “warum man nichts trinkt” ist daher unangebracht. Alkohol darf weiterhin auch nicht glorifiziert werden.  Wir fordern alle Amtsträger:innen auf, öffentlichen Auftritte mit Suchtmitteln zu unterlassen.
Alkohol schafft nicht zwangsläufig eine für Flinta-Personen unangenehme Atmosphäre, ein Zusammenhang zwischen Pegel und sexistischen Zwischenfällen ist aber durchaus erkennbar. Wir verurteilen verantwortungsvollen Alkoholkonsum nicht. Jede:r hat ein Recht auf Rausch, um einen mündigen Umgang zu gewährleisten muss der Konsum allerdings kritisch hinterfragt werden.

Beschluss

überwiesen

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Änderungsanträge zu G-1

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
G-1-3 3 Jusos Merzig-Wadern

Zeile 3 streichen.

Die Promillegrenzen sind mit 0,0 für Fahranfänger und 0,5 schon niedrig genug. Weiteres mündlich.
G-1-34 34 Jusos Merzig Wadern

Zeile 34-37 streichen

mündlich
G-1-45-47 45-47 Jusos Saarlouis

Zeile 45-47 ersatzlos streichen

G-1-57 57 Jusos Merzig Wadern

Streiche  “Wir fordern alle Amtsträger:innen auf, öffentlichen Auftritte mit Suchtmitteln zu unterlassen.“

Jusos Saarlouis

“Wir fordern alle Amtsträger:innen auf, öffentlichen Auftritte mit Suchtmitteln zu unterlassen“ ersatzlos streichen

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