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A-3 Eine gute Zukunft braucht echte Arbeitszeitverkürzung

AntragstellerInnen: Jusos Saarbrücken-Stadt

Zur Weiterleitung an:

Juso-Bundeskongress

Eine gute Zukunft braucht echte Arbeitszeitverkürzung

Zeitknappheit und Beschleunigung sind zu zentralen Begleiterscheinungen der Gegenwart
geworden. Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt. Psychische Erkrankungen erreichen von
Jahr zu Jahr ein neues Rekordhoch. Die Lebenszeit vieler Menschen wird zunehmend durch den
wirtschaftlichen Produktionsprozess und das Streben nach Wachstum in Anspruch genommen. Auch
den Saarländer*innen fehlt es oft an Zeit. Zeit für sich selbst oder für ihre Familien, Zeit für
Engagement. Nach einem langen Arbeitstag bleibt zu wenig Zeit für die Entfaltung der eigenen
Talente und Kreativität oder für demokratische Teilhabe. Mit einer radikalen Arbeitszeitverkürzung
können viele Probleme, die einem guten Leben derzeit im Wege stehen, angegangen werden.
Vorteile:
– Arbeitszeitverkürzung sorgt für ein gutes Klima: Zahlreiche Studien haben einen direkten und
indirekten Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Treibhausgasemissionen nachgewiesen.
– Arbeitszeitverkürzung sorgt für ein gerechteres Geschlechterverhältnis. Auch im Jahr 2022 werden
Frauen den Großteil der Arbeit in Familie, Pflege und Haushalt leisten. Infolgedessen arbeiten
Frauen häufig in Teilzeit. Eine Verkürzung der Normalarbeitszeit trägt dazu bei, die bezahlte und
unbezahlte Arbeit neu zu organisieren, indem sie gerecht zwischen den Geschlechtern aufgeteilt
wird.
– Die Verkürzung der Arbeitszeit trägt zu einer gerechten Verteilung der Arbeit bei. Im Saarland
liegt die Arbeitslosenquote mit 6,8% (2021) über dem Bundesdurchschnitt, gleichzeitig arbeiten
viele Menschen in prekären Verhältnissen. Eine Arbeitszeitverkürzung mit entsprechendem Lohnund Personalausgleich stärkt die Position der arbeitenden Menschen im Kampf gegen prekäre
Beschäftigung und ermöglicht eine Umverteilung von Arbeit und Arbeitszeiten.
Wer soll das bezahlen?
Die Produktivität ist in Deutschland seit den 1980er Jahren deutlich schneller gestiegen als die
Reallöhne. Dementsprechend partizipieren die Beschäftigten nicht proportional an den
Produktivitätsfortschritten. Gleichzeitig zeigt sich dies an den gestiegenen Gewinnen der
Unternehmen. Wenn es gewollt ist, kann dieses Kapital zum Nutzen der Arbeitnehmer*innen
eingesetzt werden.
Keine Utopie, andere Länder machen es vor:
Radikale Arbeitszeitverkürzung ist keine utopische Träumerei, sondern progressive Realpolitik – das
zeigen die jüngsten Vorstöße im (europäischen) Ausland: In Schweden haben Kommunen und
Unternehmen den 6-Stunden-Tag (bei vollem Lohnausgleich) erprobt, um erfolgreich den
Krankenstand zu senken und die Qualität der Arbeit zu steigern. In Island wurde unter Federführung
von öffentlicher Hand und Gewerkschaft die 4-Tage-Woche (ohne Lohneinbußen) zunächst in
einem Modellversuch erprobt und später mit dem Ziel verallgemeinert, umfassend die Work-LifeBalance und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer*innen zu verbessern. Spanien denkt seitdem über
die Erprobung der 4-Tage-Wochen nach. Auch britische Firmen gewähren vereinzelt die 4-TageWoche ohne Lohnverlust, weil festgestellt wird, dass die Produktivität nicht leidet. In Österreich
wird vom ÖGB und angeschlossenen Gewerkschaften seit einigen Monaten erfolgreich Druck auf
die Politik und ihr rigides Arbeitsregime ausgeübt, indem unter dem Banner der 4-Tage-Woche das
Thema Arbeitszeitverkürzung offensiv als breit angelegte gesundheitspolitische Maßnahme, als
familienfreundliches Modell und als Beitrag zum Klimaschutz präsentiert wird. Apropos
Klimaschutz: In der Schweiz hat die FFF-Bewegung die Bedeutung erkannt und fordert radikale
Arbeitszeitverkürzung als probates Mittel zur CO2-Reduktion. Das zeigt: Eine andere Zukunft ist
möglich!
Aus den genannten Gründen fordern wir eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und
Personalausgleich.
Wie letztlich diese Verkürzung aussehen soll ist offen. Beispiele wären eine 30-Stunden-Woche, 4-
Tage-Woche oder ein 4-Stunden-Regelarbeitstag

Begründung:

erfolgt mündlich

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